Erfolg ist eine Sache der Perspektive

TIPPS & TRICKS ZUM JAHRESENDE

STEUERTIPPS FÜR ALLE STEUERPFLICHTIGEN

Sonderausgaben ohne Höchstbeitrag und Kirchenbeitrag

Der Nachkauf von Pensionsversicherungszeiten, Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung in der Pensionsversicherung, bestimmte Renten und dauernde Lasten sowie Steuerberatungskosten sind als Sonderausgaben unbeschränkt abzugsfähig. Kirchenbeiträge sind im Ausmaß von bis zu € 400,00 absetzbar.

Abzugsfähige Spenden

Wurden Spenden nicht bereits als Betriebsausgaben berücksichtigt, können Spenden in der Höhe von max. 10% des Einkommens geltend gemacht werden. Die Spende muss im Jahr 2014 an einen begünstigten Spendenempfänger geleistet werden (BMF Liste der begünstigten Spendenempfänger).

Außergewöhnliche Belastungen

Damit der Selbstbehalt für außergewöhnliche Belastungen überstiegen wird, kann es sinnvoll sein, Zahlungen noch in das Jahr 2014 vorzuziehen (z.B. Krankheitskosten, Zahnsanierung, Heilbehelfe).
Steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten
Kinderbetreuungskosten können für Kinder bis zum 10. Lebensjahr mit bis zu € 2.300,00 pro Kind und Jahr als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Abzugsfähig sind alle tatsächlich angefallenen Betreuungskosten abzüglich Arbeitgeberzuschüsse. Die Kinderbetreuung muss in privaten oder öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. durch pädagogisch qualifizierte Personen erfolgen. Sollte der Maximalbetrag noch nicht ausgeschöpft sein, kann durch eine Vorauszahlung ein Vorzieheffekt bei der steuerlichen Absetzbarkeit erzielt werden. 

Sonderausgaben – Topfsonderausgaben

Diese sind mit einem Höchstbetrag von € 2.920,00 beschränkt (Alleinverdiener zusätzlich € 2.920,00 sowie ab 3 Kindern zusätzlich € 1.460,00) und wirken nur zu einem Viertel steuermindernd. Darüber hinaus wird dieses Viertel bei höheren Einkommen reduziert, sodass bei einem Einkommen über € 60.000,00 nur mehr der Pauschalbetrag von € 60,00 übrig bleibt. Unter die Topfsonderausgaben fallen Ausgaben für Lebens-, Unfall- und Krankenversicherungen, Ausgaben für Wohnraumsanierung sowie für die Anschaffung junger Aktien.

Zukunftsvorsorge – Bausparen – Prämienbegünstigte Pensionsvorsorge

Die 2014 geförderte private Zukunftsvorsorge im prämienbegünstigten Ausmaß von € 2.495,12 p.a. führt zur staatlichen Prämie von 4,25% (€ 106,04). Beim Bausparen gilt für 2014 eine staatliche Prämie von € 18,00 beim maximal geförderten Einzahlungsbetrag von € 1.200,00 (sofern der Bausparvertrag das gesamte Jahr aufrecht war).

KESt-Optimierung bei Wertpapieren

Wertpapiererträge sowie Kursgewinne von Neubeständen sind der Besteuerung mit 25% KESt unterworfen. Kursverluste werden dabei automatisch gegengerechnet. Ein negativer Überhang kann aber nicht vorgetragen werden. Dadurch ist es ratsam, zum Jahresende die steuerliche Optimierung insofern erfolgen zu lassen, dass der Saldo aus Erträgnissen abzüglich Verlusten nahe null ist. So kann etwa die vorgezogene Verlustrealisation aus Aktienpositionen des Neubestands in Betracht gezogen werden, wenn ein KESt-Plus aus laufenden Erträgen oder Kursgewinnen vorliegt. Genauso können Kursgewinne verwirklicht werden, um einen bestehenden Verlustüberhang aus Veräußerungsverlusten zu nützen.

STEUERTIPPS FÜR UNTERNEHMER

Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag steht allen natürlichen Personen unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinns. Ab einem Gewinn von € 30.000,00 müssen für die Erlangung des Gewinnfreibetrags Investitionen in begünstigte Anlagegüter vorgenommen werden. Der Gewinnfreibetrag vermindert neben der Steuerbelastung auch die Sozialversicherungsbelastung.


Vorgezogene Investitionen (Halbjahresabschreibung)

Für Investitionen, die nach dem 30.6.2014 getätigt wurden, kann unabhängig vom Anschaffungszeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte die halbe Jahres-AfA abgesetzt werden. Das Vorziehen von Investitionen spätestens in den Dezember 2014 kann daher Steuervorteile bringen. Geringwertige Wirtschaftsgüter (max. € 400,00) können sofort zur Gänze abgesetzt werden.

Zeitpunkt der Vorauszahlung / Vereinnahmung bei E-A-Rechner

Durch die Ausnutzung des Zufluss-/Abflussprinzips können E-A-Rechner eine temporäre Verlagerung der Steuerpflicht erzielen. Ebenso entstehen nicht unbeachtliche Effekte auf die Höhe der Sozialversicherungsabgaben.

Umsatzgrenze für Kleinunternehmer – Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuerbefreiung (Verrechnung der USt ist nicht erforderlich) ist nur bei einem Jahresnettoumsatz von bis zu € 30.000,00 möglich. Unternehmer, die Gefahr laufen, diese Grenze im Jahr 2014 zu überschreiten, sollten Zahlungen nach Möglichkeit erst 2015 vereinnahmen. Anderenfalls unterliegen auch die anderen bereits vereinnahmten Umsätze (nachträglich) der Umsatzsteuerpflicht.

GSVG-Befreiung & GSVG-Strafzuschlag

Kleinstunternehmer (Jahresumsatz unter € 30.000, Einkünfte unter € 4.743,72) können unter gewissen Voraussetzungen eine GSVG-Befreiung für 2014 bis 31. Dezember 2014 beantragen.
Sozialversicherungsrechtlichen Kleinstunternehmern, die im abgelaufenen Jahr die Grenzen
(€ 30.000,00 Jahresumsatz, steuerliches Ergebnis € 4.743,72) überschreiten werden und diese Überschreitung nicht bis zum 31.12.2014 an die SVA präventiv melden, wird seitens der SVA ein
9,3%iger Strafzuschlag vorgeschrieben. Achtung: Sollte sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass die Grenzen nicht überschritten wurden, kann man sich nicht rückwirkend wieder befreien lassen!

Antrag auf Gruppenbesteuerung

Bei Kapitalgesellschaften kann durch die Bildung einer Unternehmensgruppe die Möglichkeit geschaffen werden, Gewinne und Verluste der einbezogenen Gesellschaften auszugleichen. Voraussetzung sind eine bestimmte finanzielle Verbindung seit Beginn des Wirtschaftsjahres sowie ein entsprechend beim Finanzamt eingebrachter Gruppenantrag. Bei allen Kapitalgesellschaften, die das Kalenderjahr als Wirtschaftsjahr haben (d.h. Bilanzstichtag 31.12.), ist der Gruppenantrag bis spätestens 31.12.2014 einzubringen, damit er noch Wirkung für die Veranlagung 2014 entfaltet. Diese Frist gilt auch für die Aufnahme in eine bestehende Unternehmensgruppe.

Energieabgabenrückvergütung

Die Antragstellung für das Kalenderjahr 2009 hat bis spätestens 31.12.2014 zu erfolgen.

STEUERTIPPS FÜR ARBEITGEBER

Bildungsfreibetrag und Bildungsprämie

Bei innerbetrieblicher Aus- und Fortbildung können 20% der Aufwendungen als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Zusätzlich steht ein Bildungsfreibetrag von 20% der externen Bildungskosten (Kurs- und Seminargebühren, Skripten, nicht jedoch Kosten für Verpflegung und Unterbringung) zur Verfügung. Alternativ zum Bildungsfreibetrag gibt es eine Bildungsprämie i.H.v. 6%.

Lohnsteuer und beitragsfreie Zuwendungen je Dienstnehmer pro Jahr

Gewisse „Zuckerl“ für Arbeitgeber sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei und somit wesentlich günstiger als drohende Gehaltserhöhungen für Mitarbeiter. Zu diesen gehören:
•    Betriebsveranstaltungen (z.B. Weihnachtsfeier) bis € 365,00;
•    Sachzuwendungen (z.B. Weihnachtsgeschenk, Gutscheine) bis € 186,00;
•    freiwillige soziale Zuwendungen an den Betriebsratsfonds sowie zur Beseitigung von Katastrophenschäden;
•    kostenlose oder verbilligte Benützung von Einrichtungen und Anlagen, die der Arbeitgeber allen oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern zur Verfügung stellt (z.B. Kindergärten, Sportanlagen oder Betriebsbibliotheken, nicht aber ein vergünstigtes Fitnesscenter oder Garagenabstellplätze);
•    Zukunftssicherung (z.B. Er- und Ablebensversicherungen, Krankenversicherungen, Anteile an Pensionsinvestmentfonds oder Pensionskassenbeiträge) bis € 300,00;
•    Mitarbeiterbeteiligung bis € 1.460,00;
•    freie oder verbilligte Mahlzeiten und Getränke am Arbeitsplatz; Gutscheine für Mahlzeiten bis zu einem Wert von € 4,40 pro Arbeitstag, wenn sie nur am Arbeitsplatz oder in direkter Umgebung verwendet werden können;
•    Zuschuss für Kinderbetreuungskosten bis € 1.000,00;
•    steuerfreie Übernahme der Kosten des Massenbeförderungsmittels für die Fahrt des .Arbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte („Jobticket“)
Sie sind Dienstnehmer? Dann sind die oben genannten Punkte auch Benefits für Gehaltsverhandlungen!

STEUERTIPPS FÜR ARBEITNEHMER

Werbungskosten noch vor Jahresende bezahlen

Ausgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der nichtselbstständigen Tätigkeit stehen (z.B. berufsbedingte Aus-, Fortbildungs- und Umschulungskosten), sollten noch vor dem 31.12.2014 entrichtet werden, damit sie 2014 von der Steuer abgesetzt werden können.

Arbeitnehmerveranlagung 2009 bzw. Antrag auf Rückzahlung von zu Unrecht einbehaltener Lohnsteuer

Sofern Sie Werbungskosten, Pendlerpauschale, Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbeträge, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen wollen oder zu Unrecht einbehaltene Lohnsteuer oder Negativsteuer bei geringen Bezügen zurückfordern wollen, ist dies im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung 2009 (Formular L1 oder Formular E5) noch bis 31.12.2014 möglich.
Auch ein unterjähriger Wechsel des Arbeitgebers bzw. eine nicht ganzjährige Beschäftigung sprechen für die Erstellung der Steuererklärung!
Rund 500.000 bis 1.000.000 Steuerpflichtige verzichten jährlich auf die Arbeitnehmerveranlagung – die Gutschrift beträgt durchschnittlich € 300,00 bis € 500,00!

Rückerstattung von Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträgen bei Mehrfachversicherung

Wurden im Jahr 2011 aufgrund einer Mehrfachversicherung über die Höchstbeitragsgrundlage hinaus Beiträge entrichtet, ist ein Antrag auf Rückzahlung der Krankenversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge bis 31.12.2014 möglich. Für Pensionsbeiträge ist die Rückerstattung an keine besondere Frist gebunden. Rückerstattete Beträge sind im Jahr der Rücküberweisung grundsätzlich einkommensteuerpflichtig.